Neues Licht im Schlager-Nebel

VonRedaktion Posted Apr 2, 2018

Neues Licht im Schlager-Nebel

Ob „Boom“ oder „Party“ – gefühlt kommt man in Sachen Schlager am „Feste“-Format der ARD und dem Moderator Florian Silbereisen nicht vorbei. Zu gewaltig erscheint die Präsenz der pompös inszenierten Live-Events, die, ungeachtet ihrer vollmundigen Ankündigungen, doch immer mehr kritische Stimmen in Sachen Gästeauswahl auf den Plan rufen. Vor allem in sozialen Netzwerken bemängeln Schlagerfreunde und Zuschauer zu wenig Abwechslung bei der auftretenden Künstlerriege. Und tatsächlich gibt es zahlreiche musikalische Wiederholungstäter, die sich bei Silbereisen & Co. seit Jahren regelmäßig die Klinke in die Hand geben.

Versuch an neuem Konzept

Angesichts dieser konformen Familientreffen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist es geradezu erfrischend, Alternativen zu entdecken. Eine ist „Willkommen bei Carmen Nebel“ des ZDF. Fristete sie lange Zeit ein eher stiefmütterliches Dasein im Schatten der Feste, entwickelt sie sich inzwischen zu einem echten Highlight an Schlager-Unterhaltung und, nicht zuletzt, musikalischer Abwechslung. Allerdings verzichtet das ZDF nicht auf alle üblichen Verdächtigen der Schlager-Heimlich-Samstagabend-Feste. Das wäre mit Blick auf das Zuschauerinteresse und die mit ihm verbundenen Quoten auch nicht nachvollziehbar. Aber die Carmen-Nebel-Show versucht sich – noch vorsichtig – an einem neuen Konzept.

Hier treten Sängerinnen und Sänger auf, die in den wenigen noch vorhandenen, vornehmlich privaten Radiosendern, wie B2, Schlagerparadies oder Radio Farbenspiel, längst ihren festen Platz gefunden haben und zudem eine beachtliche Fangemeinde verzeichnen können. Ein Beispiel ist die jüngste Ausgabe der ZDF-Show, die am 29. März ausgestrahlt wurde. Unter anderem mit dabei: Vincent Gross, Laura Wilde und Feuerherz.

Vincent Gross hat den Zenit des Newcomers überschritten, punktet inzwischen mit bestem Popschlager und geht bald auf Tournee. Laura Wilde kann auf mittlerweile drei Erfolgsalben blicken, ihre aktuelle Single „Wolkenbruch im siebten Himmel“ wird in den Stationen rauf und runter gespielt. Die Schlager-Boygroup Feuerherz gab es schon, bevor Silbereisen, Smit und de Bolle den ersten, gemeinsamen Ton anstimmten – und ihr Fanlager ist immens.

Gespür für die Melodie des Augenblicks

Auf jeden Fall eine geschickte Auswahl, für die Stefan Pössnicker verantwortlich zeichnet. Pössnicker ist Komponist, Texter und Produzent und greift als Stefan Peters auch gern selbst mal zum Mikrofon. Vor allem ist er aber ein alter Hase innerhalb der Musikbranche. Unzählige neue, oder als Remix produzierte Titel gehen auf sein Konto, für Stars wie Andrea Berg, Beatrice Egli, Nik.P, Fantasy, Hansi Hinterseer, Andreas Gabalier, oder Tanja Lasch, um nur einige zu nennen. Mit diesem feinen Gespür für die Melodie des Augenblicks lenkt er die musikalischen Geschicke der Show mit Carmen Nebel. Pössnicker geht spürbar andere Wege, neue Wege, die doch eigentlich nachvollziehbar sind.

Wettbewerb bei Schlagerunterhaltung

Denn der Schlagermarkt ist nicht mehr überschaubar. Zu viele drängen auf die wenigen Plätze, die die Rettungsboote mit Namen Charts zum wirtschaftlichen Überleben frei haben. Umso wichtiger ist es, die schlechte Spreu vom guten Weizen zu trennen, dem Publikum Neues anzubieten, noch Unbekanntes vorzustellen, für Talente und Erfolge den Sprung von der Bühne Radio ins TV zu ermöglichen. Dazu gehört Mut – und ein Sender, der alles mitmacht. Stefan Pössnicker hat ihn offenbar gefunden. Die Schlagerbranche kann ihm danken. Wenn jetzt das ZDF und Carmen Nebel noch den Schritt von Konserve zu Live wagen, könnte es einen echten, längst überfälligen Wettbewerb in Sachen Schlagerunterhaltung geben. Und Wettbewerb bedeutet stets Vielfalt. (Bild: ZDF)

VonRedaktion Posted Mrz 18, 2018

Fantasy jubilieren von Null auf Eins

Von Null auf die Eins in die offiziellen deutschen Charts, ermittelt von GfK-Entertainment, schafften es Fantasy mit ihrem neuen Album „Das Beste von Fantasy – Das große Jubiläumsalbum – Mit allen Hits!“. Für Freddy März und Martin Marcell war es die dritte Spitzenplatzierung und das zehnte Chartalbum. Insgesamt konnte sich das Duo sage und schreibe 200 Wochen lang eine Chart-Position sichern.

Am Samstag standen Fantasy auf der Bühne der Münchener Bavaria-Studios. In der Show „Heimlich! – Die große Schlager-Überraschung“, präsentiert von Florian Silbereisen, erhielten sie die Auszeichnung für die neue Nummer-Eins-CD. Natürlich kam auch die Musik nicht zu kurz: Ihre größten Hits trugen Freddy und Martin in bestens produzierten Hit-Mixen vor.

VonRedaktion Posted Mrz 18, 2018

Bernhard Brink moderiert neue Hitparade im MDR

Deutschland und die Schlagerwelt bekommen wieder eine Hitparade. Ab dem 27. April präsentiert Bernhard Brink regelmäßig die „Schlager des Monats“ im Programm des MDR. Die Sendung bildet die Top 50 der Schlager-Albumcharts ab und erzählt das Neueste aus der Welt des Schlagers.

Bernhard Brink kann Glück kaum fassen

Die Show greife Trends auf und spiegele die Schlagerszene wider, so der MDR in einer Pressemitteilung. Laut dieser sollen auch Newcomer und Neuvorstellungen einen festen Platz bekommen. Schlagertitan Bernhard Brink ist seit über 40 Jahren fester Bestandteil der Schlagerszene. Und für den MDR und seine Zuschauer kein Unbekannter. Bis 2015 lud der 65-Jährige zur Sendung „Schlager des Sommers“ ein, bevor die beliebte Show von Florian Silbereisen übernommen wurde.

Lange überlegen, ob er den neuen Job in Leipzig antritt, musste Bernhard Brink nicht: „Ich kann mein Glück kaum fassen! Ich bin noch immer tief gerührt. Es ist eine große Herausforderung, die ich in meinem hohen ‚Schlageralter‘ nicht erwartet habe. Aber: Ich werde die Wahl annehmen“, so sein Statement.

„Schlager des Sommers“ auch 2018

Übrigens erleben auch die „Schlager des Sommers“ in diesem Jahr eine Fortsetzung. Die Sendung wird am 9. Juni 2018 vor der malerischen Kulisse des Wasserschlosses Klaffenbach bei Chemnitz aufgezeichnet. Erstmals haben die Gäste übrigens die Möglichkeit, die Künstler ganze zwei Tage zu feiern: Das Schlager-Open-Air wird am 10. Juni fortgesetzt.

(Bild: obs/MDR Mitteldeutscher Rundfunk/MDR/Sony Music, Ulle Hadding)

VonRedaktion Posted Mrz 17, 2018

Dieter Bohlen beendet Zusammenarbeit mit Andrea Berg

Sängerin Andrea Berg und Produzent Dieter Bohlen gehen künftig getrennte Wege. Gegenüber der „Bild“-Zeitung sagte der 64-Jährige, er habe am Freitag die Zusammenarbeit mit Berg beendet. Er habe seine Aufgabe erfüllt und wolle „jetzt den Kopf frei bekommen, neuen Künstlern zu helfen, bei denen ich wieder richtig Spaß an der Arbeit habe“, so Bohlen weiter. Das Ende der Zusammenarbeit nach insgesamt vier Alben erklärte der Musikproduzent offenbar via E-Mail an Andrea Berg.

Herzensentscheidung

Dieter Bohlen ergänzte, dass es zwischen ihm und Berg keinen Streit gegeben habe. Das Ende der gemeinsamen Arbeit sei vielmehr eine „Herzensentscheidung“ gewesen. „Der Tag hat nur 24 Stunden und mein Herz nur einen gewissen Platz“, so Bohlen. Im November vergangenen Jahres hatte sich der Erfolgsproduzent bereits von Sängerin Vanessa Mai getrennt.

Andrea Berg kommentierte Bohlens Entscheidung einen Tag später auf Ihrer Facebook-Seite. Sie sei natürlich „ziemlich traurig“, respektiere aber seine Entscheidung. „Man kann nicht kreativ sein, wenn man den Spaß an einem Projekt verloren hat“. Fans sollten sich allerdings keine Sorgen machen. „Davon geht die Welt nicht unter!“ schrieb die Sängerin und erinnerte an den gleichnamigen Song, den sie gemeinsam mit Bohlen produziert hatte.

(Bilder: RTL/Axel Kirchhof, Facebook)

VonRedaktion Posted Mrz 16, 2018

Die Schlagerbranche sollte sich nicht selbst zerlegen

Kommentar

Eine Abrechnung im wirtschaftlichen Sinne bedeutet, einen Schlussstrich zu ziehen. Es gab offene Forderungen, sie werden bilanziert, und alle Beteiligten sehen die Sache als erledigt an. Leider ist ökonomisches Denken so ganz anders, als das zwischenmenschliche. Irgendwie einfacher, unkomplizierter. Und ehrlicher.

Wer im Alltag mit jemandem im übertragenen Sinne „abrechnet“, dem sollte von vornherein klar sein, dass er damit alles andere, als ein Ende von Zwistigkeiten herbeiführt. Im Gegenteil: Er öffnet in den meisten Fällen ein Fass ohne Boden. Das haben schon viele Hobby-Autoren in ihren vollmundig angekündigten und einzig auf Kommerz ausgerichteten Enthüllungsbüchern und Statements am eigenen Leib erfahren. Dann, wenn Sätze gestrichen, oder ganze Passagen auf juristische Anordnung hin geschwärzt werden mussten. Dann, wenn die große Abrechnung plötzlich viele kleinere, unbezahlte Rechnungen ans Tageslicht förderte und zu einer Neuberechnung führte – um bei dem, zugegeben, kitschigen Bild zu bleiben.

Ungeschickteste Form der Meinungsäußerung

Eine „Abrechnung“ mit einer Person oder einer Sache ist daher wohl die ungeschickteste Form einer Meinungsäußerung. Viel zu schnell entgleist sie, werden die Hoffnungen auf Zuspruch von den Einwänden der Gegenseite abgestraft, werden kleine Unstimmigkeiten zu einem öffentlichen Kleinkrieg, an dessen Ende nur Verlierer übrig bleiben. Umso erstaunlicher ist es, dass noch immer viele Menschen zu dieser Form der Selbstdarstellung greifen. Man möchte dazwischen gehen, wünscht sich Einsicht, oder gern auch Berater, Freunde, die rechtzeitig rufen: „Halt!“ – Doch da ist niemand. Es geht einfach weiter. Ob es fehlende Anerkennung, unbefriedigte Wünsche, oder einfach nur die Sehnsucht ist, wenigstens am Ende einer weitgehend unbeachteten Karriere mit einem Paukenschlag abzutreten – es mag dahingestellt sein.

Selbstbestimmt in den Fleischwolf

Die Schlagerwelt und all ihre Fürsprecher, Angehörigen und Beobachter erleben mal wieder auf schmerzliche Weise, wie in Worte gefasste Enttäuschung plötzlich zu einem Buchstabensalat der Irrungen und Wirrungen werden. Auf der einen Seite steht, wie so oft, ein anscheinend vom eigenen Versagen frustrierter Künstler, der sich offenbar gezwungen sieht, mit einer Branche „abzurechnen“, der er doch irgendwie nie so richtig angehörte. Selbsterkenntnis sollte eigentlich ein Weg zur Demut sein.

Auf der anderen Seite finden sich Wegbegleiter und, was noch schlimmer ist, Fans, die beide zunächst kopfschüttelnd, dann ebenfalls abrechnend die Äußerungen kommentieren. Das ist schlimm, denn wir sehen mit Schaudern und peinlich berührt, wie sich mindestens zwei doch eigentlich geschätzte Seiten nicht nur selbstbestimmt in den Fleischwolf setzen, sondern ihn auch noch munter einschalten.

Und während sich ein kleines Dorf der ewig gestrigen Barden in persönlichen Anfeindungen und Rechtfertigungen verliert, dreht sich die Welt um sie herum weiter. Unbeirrt und unaufhaltsam. Feste und gefestigte Künstlerinnen und Künstler lassen die ungeschickt platzierten Meilensteine einfach hinter sich, steuern in Richtung Zukunft, treten auf und veröffentlichen. Kritik muss sein. Immer und immer wieder. Aber die Schlagerbranche sollte tunlichst davon Abstand nehmen, sich selbst zu zerlegen. Sie hat es nicht nötig. Und: Wir können es nicht mehr hören.

VonRedaktion Posted Mrz 12, 2018

Cagey Strings spielen für verstorbenen Schorsch Angerer

Die legendären Cagey Strings spielen für ihren verstorbenen Bandgründer und Frontmann Schorsch Angerer. Der Musiker war am 9. März im Alter von nur 53 Jahren völlig überraschend bei einer Operation in einer Münchner Klinik verstorben. Wie die Bandkollegen auf ihrer Homepage ankündigten, möchte man den Traum und das Lebenswerk von Schorsch Angerer weiterführen. Deshalb würden die Konzerte am 16. März im Schwabinger Podium im Gasthaus „Zur Schiessstätte“ in Allach sowie am 18. März im Rattlesnake Saloon wie geplant stattfinden.

Bestürzung in Musikszene

Die Meldung über den Tod Angerers hatte vor allem in der Münchner Musikszene für Bestürzung und Trauer gesorgt. Noch einen Tag vor seinem Tod habe Schorsch Angerer mit Freunden und Kollegen in einer Bar den Geburtstag eines Freundes gefeiert, sagte Liedermacher Hanse Schoierer gegenüber dem Stadtmagazin „München 24“.

Treue bis zuletzt

Inspiriert von Paul Würges hatte Gitarrist und Sänger Angerer die „Cagey Strings“ im Jahre 1982 gegründet. Zunächst konzentrierte man sich auf Coverversionen von Rock- und Pop-Klassikern. Vor allem Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre kamen dann immer mehr eigene Songs hinzu. Die Band hatte zahlreiche Auftritte in Fernsehsendungen, unter anderem in der ZDF „Hitparade“. Zu ihren bekanntesten Titeln gehören „Heute Nacht“, „Tausendmal in meinen Träumen“, „Keine war wie Du“ und „Bossa Nova Baby“. Trotz einiger Besetzungswechsel war es Schorsch Angerer, der der Band bis zuletzt die Treue hielt. (Bild: cageystrings.de)

Hier geht es zum Tourplan der Cagey Strings >>>

VonRedaktion Posted Mrz 5, 2018

Ulla Norden im Alter von 77 Jahren verstorben

Moderatorin und Sängerin Ulla Norden ist tot. Sie verstarb am 5. März im Alter von 77 Jahren in einem Krankenhaus in Bad Neuenahr. Ulla Norden war seit 1988 an fast 18 Jahre lang als Moderatorin bei WDR 4 tätig. Zu ihren Sendungen gehörten die „Morgenmelodie“ und bis zum Jahre 2006 die Mittagssendung „Gut aufgelegt“. Gemeinsam mit den Kollegen Hermann Hilebrand und Rainer Nitschke präsentierte sie die „WDR 4 Superwunschhitparade“, einen Moderations-Marathon über mehrere Tage.

Die gebürtige Konstanzerin nahm Schauspiel-, Ballett- und Gesangsunterricht. Anfang der 60er Jahre bekam sie ihren ersten Plattenvertrag, Ende der 60er kam der Durchbruch. Ihre großen Erfolgstitel hat man auch heute noch im Ohr: Die deutsche Version von Luv’s „Greatest Lover“ wurde zu „Wir sind verrückt, wir beide“, Ottawans „Hands up“ hieß bei ihr „Urlaub, mach mal Urlaub“. Unvergessen auch Ihr Titel „Ich bin verliebt in den eigenen Mann“. In zahlreichen TV-Shows war Ulla Norden ein gern gesehener Gast. (Bild: WDR)

VonRedaktion Posted Feb 23, 2018

Einfach nur schön

Kommentar

Michael Schulte wird Deutschland beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Lissabon vertreten. Der 27 jährige Singer und Songwriter, wie man junge, kreative Musiker heutzutage beschreibt, verkörpert mit dem Song „You let me walk alone“ also den vielgepriesenen „Neustart“ Deutschlands beim ESC. Vielgepriesen vor allem vom zuständigen ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, der, aller gerechtfertigten Kritik von Musikexperten am Auswahlverfahren und Konzept des Vorentscheids zum Trotz, erneut auf musikalische Sachlichkeit und Einfallslosigkeit setzte. Am Ende fährt nun ein eher unscheinbarer Künstler mit einer durchaus hörbaren, emotionalen Ballade in die portugiesische Hauptstadt. Das ist schön. Leider nicht mehr.

Einheitsbrei und Konformität

An genau dieser Stelle wird es schwer, Kritik zu üben, ohne den Teilnehmern des Vorentscheids zu nahe zu treten. Denn allesamt haben ohne Zweifel bewiesen, dass sie das Zeug zum Singen haben. Die Band voXXclub ist sogar fester Bestandteil der Schlagerbranche. Das alles muss man anerkennen und loben. Doch wir sprechen nicht von der Präsentation neuer Titel in einer national bekannten Hitparade, über die man bis zum nächsten Monat abstimmen kann. Wir sprechen von der großen, internationalen Bühne eines europäischen Gesangswettbewerbs. Und auf der gehen Einheitsbrei und Konformität leider unter.

Michael Schultes Ballade, sie kommt einem bekannt vor. Sie könnte irgendwann auch schon von einem Philipp Dittberner, Ed Sheeran oder James Blunt gesungen worden sein. Das hört man sich gern morgens beim Duschen an, oder abends beim Gassigehen mit dem Hund. Das reißt einen aber nicht mit. Das ist kein „Hinhörer“, kein „Wow“, kein Spektakel.

Wettbewerb nicht verstanden

Mit Liedern, die einfach nur schön sind, ist noch niemand beim Eurovision Song Contest aufgefallen, vom Gewinnen wollen wir gar nicht sprechen. Schaut man sich die Liste der Siegertitel der vergangenen Jahre einmal an, so merkt man sehr schnell, dass vor allem Unkonventionelles, Unberechenbares, Unerwartetes überraschend das Herz der Zuschauer eroberte. Wer als Komponist oder Produzent jemals glaubte, Regeln oder Strukturen für einen chancenreichen ESC-Titel zu erkennen, um nach diesem Muster selbst nachzulegen, scheiterte kläglich. Er hat den Wettbewerb schlichtweg nicht verstanden.

Gegen Kritik immun

Dieses Nicht-Verstehen des ESC, es scheint seit vielen Jahren dem deutschen Auswahlverfahren immanent. Genau das überrascht, denn die ARD geht mit Fehleinschätzungen und nachlassendem Erfolg ihrer Formate und deren Inhalte üblicherweise rigoros um: Man schafft sie ab, oder ändert sie. Beim Eurovision Song Contest hingegen ist man gegen Kritik und Ratschläge offenbar immun, es hat sich geradezu eine Beratungsresistenz ausgebildet. Das ist schade, denn man vergibt damit Chancen – und am Ende Einschaltquote. „You let me walk alone“… Noch nie war ein deutscher ESC-Titel vielsagender, als in diesem Jahr. (Bild: dpa)

VonRedaktion Posted Feb 8, 2018

Florian Silbereisen macht es spannend

Schlagerfans haben lange auf den nächsten Termin gewartet. Jetzt hat Das Erste bekannt gegeben, welche Live-Show Florian Silbereisen im Rahmen des Feste-Formats als nächstes präsentieren wird: „Heimlich! – Die große Schlager-Überraschung“ ist der Titel der Show, die am 17. März um 20:15 Uhr ausgestrahlt wird.

Und weil es sich eben um eine Überraschung handelt, hält sich die Redaktion mit weiteren Informationen bedeckt. Seitens der ARD heißt es lediglich: „Das gab es noch nie: Florian Silbereisen bereitet gemeinsam mit vielen Stars die geheimnisvolle Live-Show „Heimlich! – Die große Schlager-Überraschung“ vor.“

Florian Silbereisen wird wie folgt zitiert: „Ich darf wirklich nichts verraten. Wir müssen alles ganz heimlich vorbereiten, damit „Die große Schlager-Überraschung“ gelingt. Darum haben wir vor dieser Show alle ein bisschen mehr Lampenfieber als sonst.“ (Bilder: Das Erste)

VonRedaktion Posted Feb 8, 2018

Altmeister Tony Marshall: Mit 80 geht’s erst los

Gerade hat er, gemeinsam mit Freunden und Kollegen, seinen 80. Geburtstag gefeiert. Seit 60 Jahren steht er auf der Bühne und begeistert sein Publikum. Tony Marshall gehört, ohne Zweifel, zu den Ausnahmekünstlern der deutschsprachigen Schlager- und Musikszene. Sein neuestes Album, das am 23. Februar erscheint, wird sein letztes sein. Doch der Bühne und seinen Fans bleibt Tony Marshall auch weiterhin treu.

Wer auf über 50 Album-Produktionen und 120 Single-Veröffentlichungen, ausgezeichnet mit zahlreichen Edelmetallen, zurückblicken kann, muss sich für sein finales Werk schon etwas Besonderes ausdenken. Und weil ein Ausnahmekünstler, wie Tony Marshall, mit dem Begriff „Finale“ allenfalls den großartigen Abschluss eines Live-Auftritts verbindet, kommt seine neue CD auch eher als Anfang vom Ende daher. „Senioren sind nur zu früh geboren“, so der überraschende Titel des Albums mit insgesamt 13 nicht minder überraschenden Songs, in denen Tony Marshall mit viel Charme, erfrischendem Humor und entwaffnender Offenherzigkeit das – Achtung – Rentnerleben besingt. Wer nun aber Heimatschnulzen erwartet, der liegt vollkommen daneben.

Altersgerechter Wurf mit Augenzwinkern

Das Label „Flamingo“ beschreibt das Album als „humorigen Stimmungs-Longplayer“, auf dem Tony Marshall zwischen den Zeilen eine Wahrheit mitgibt, „die sich nur denen erschließt, die das Alter als ihren Freund betrachten“. „Von der ersten bis zur letzten Zeile“, so das Label weiter, sei die CD „eine Hommage an die Freiheit, die Unbeschwertheit und an alle Seniorinnen und Senioren, die das Leben zu nehmen wissen. Mit all seinen Sonnen- und auch Schattenseiten.“

Und tatsächlich ist Tony Marshall mit „Senioren sind nur zu früh geboren“ ein großer, altersgerechter Wurf gelungen mit Texten und Themen, die im Jugendwahn der Medien nur allzu gern verdrängt werden. Natürlich sind Titel, wie „Zähne, wie Sterne“ oder „Warum kann unser Altenheim am Sonntag keine Disco sein“ echte Stimmungslieder, wie wir sie von Tony Marshall nicht nur kennen, sondern, mit Verlaub, auch erwarten. Doch Tony kann’s auch nachdenklich und besinnlich, ohne aber mahnend den Zeigefinger zu heben. „Zu den Alten muss man halten“ oder „Die schönsten Jahre kommen noch“ erzählen und laden vielleicht auch die jüngere Generation ein, das Leben nicht zu ernst zu nehmen und das Älterwerden als wichtigen und schönen Teil des Lebens zu begreifen. Tony Marshall selbst sagt augenzwinkernd: „Wenn ich gewusst hätte, wie viel Freude und Freiheit ich als Senior genießen darf, wäre ich schon früher älter geworden.“

Produziert von Günther Behrle

Das Album ist ein Werk von Erfolgsproduzent Günther Behrle. Tony Marshall und er trafen sich zufällig vor rund einem Jahr, und Behrle fragte, ob Tony eventuell über eine neue CD nachdenke. Dieser erwiderte schmunzelnd: „Wenn ich nochmal ins Studio gehe, dann für Rentner wie mich!“ Für Günther Behrle war diese Bemerkung ein kreativer Funken – und wenige Wochen später trafen sich die beiden im Studio wieder. Das Ergebnis ist in jeder Hinsicht unterhaltsam und hörenswert.

Tony Marshall „Senioren sind nur zu früh geboren“ – Jetzt vorbestellen:

Tony Marshall live erleben: Hier geht es zu den Terminen >>>

Zur Person: Tony Marshall
Der Sänger und Schauspieler ist ausgebildeter Opernsänger. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und des höchsten Verdienstordens von Französisch-Polynesien. Denn sein unvergessliches „Bora Bora“ war nicht nur ein Straßenfeger, sondern verhalf Marshall 2005 sogar auch zur Ehrenbürgerschaft des gleichnamigen Südseeatolls. Japan, Afrika, Kanada und die USA hat er auf seinen Tourneen bereist, seitdem der Hit „Schöne Maid“ 1971 dem ausgebildeten Opernbariton als Schlagersänger ungeahnte Möglichkeiten eröffnete. Der Evergreen, dessen Melodie ein Traditional aus Tahiti ist (Nau Haka Taranga), wurde allein ‘71 mehr als eine Million Mal verkauft und ging um die Welt. Über drei Millionen Singles sind es mittlerweile weltweit (in den USA und in Australien unter dem Titel „Pretty Maid“). Dieser Hit allein bescherte Tony Marshall sechs Goldene Schallplatten.

Seine Discographie liest sich wie ein „Best of“ der deutschen Unterhaltung. Generationen sind mit den Liedern des vielseitigen Sängers, Entertainers, Darstellers und Moderators aufgewachsen, der auch Kritiker spätestens auf der Musical-Bühne zu überzeugen wusste. Im Musical „Anatevka“ überzeugte er als Milchmann Tevje in der Hauptrolle, auch in „My Fair Lady“ feierte er als „Alfred P. Dolittle“ Erfolge.